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"Zweitzeugen"- Erinnerungen an das Überleben im Holocaust - Bericht über ein Workshop im 8. Jahrgang


Zahlreiche Zeitzeugen, welche die Zeit des Holocaust selbst miterlebt haben, sind inzwischen verstorben oder gesundheitlich so beeinträchtigt, dass sie ihre Erinnerungen selbst nicht mehr weitergeben können.

Der Verein "Zweitzeugen e.V." hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerungen der Überlebenden aufzuzeichnen und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.
Zu diesem Zweck fand am 04.12. bei uns unter der Leitung von Bernadette Schendina vom Verein "Zweitzeugen" ein von Dr. Christian Plath organisierter Workshop für die 8. Klassen statt. In diesem Workshop wurden zunächst die verschiedenen Verordnungen thematisiert, welche ab 1933 das Leben der Juden in Deutschland einschränkten, und die konkreten Auswirkungen dieser Einschränkungen auf den Lebensalltag besprochen. Beim Vergleich mit ihrem täglichen Leben stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass schließlich kaum mehr Möglichkeiten für eine Beschäftigung oder das Überleben gegeben waren.

Anhand zweier Biographien wurde anschließend gezeigt, wie Juden überlebt haben. Beim ersten Fall handelte es sich um Hannah Pick, die, 1928 in Berlin geboren, 1933 zunächst mit ihren Eltern nach Amsterdam ging und dort mit Anne Frank und ihren Eltern befreundet war. Sie und ihre Eltern wurden schließlich deportiert. Sie überlebte die Zeit in den Lagern und lebt heute in Jerusalem.
Die zweite Biographie beschrieb das Leben einer gebürtigen Jüdin, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs auf katholische Schulen ging und nach dem Ausschluss jüdischer Schüler das Glück hatte, nach einer Ausbildung eine Stelle als Sekretärin zugeteilt zu bekommen.  Sie überlebte den Krieg, trat als Schwester Johanna in ein Frauenkloster ein und initiierte die Gründung eines Jüdischen Museums in NRW.  
Von diesen Lebensschicksalen sichtlich beeindruckt, verfassten die Schülerinnen und Schüler im letzten Teil des Workshops Briefe an diese Personen bzw. an die Schwestern des Frauenklosters.

Dieser Workshop, der dank der finanziellen Förderung durch WABE ermöglicht wurde, brachte den Schülerinnen und Schülern anhand konkreter Beispiele die Schicksale während des Holocausts nahe und vermittelte Geschichte in lebendiger und anschaulicher Form. Es war eine gelungene Veranstaltung gegen das Vergessen und sensibilisierte die Schülerinnen und Schüler für das Vorgehen gegen heutige Verfolgungen und Diskriminierungen.
Text: Christian Plath

 
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